Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein gewinnt Deutschen Orchesterwettbewerb

Die Spannung war groß am Dienstag auf dem Marktplatz in der Ulmer Innenstadt. Und als dann das Urteil der Jury verkündet wurde, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Mit famosen 24,6 von 25 Punkten und dem Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ gewinnt die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein den 9. Deutschen Orchesterwettbewerb vor heimischer Kulisse.

Neben der Bläserphilharmonie erspielten sich drei weitere hochkarätige Orchester das höchstmögliche Prädikat und können sich nun auch mit dem Titel „Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs 2016“ schmücken. Die Bläserphilharmonie gratuliert an dieser Stelle den anderen Preisträgern, die einen spannenden Wettbewerb erster Klasse ermöglicht haben: Der Stadtkapelle Bad Griesbach (24,0 Punkte), dem Orchesterverein Hilgen (23,6) und der Stadtkapelle Wangen (23,0). Diese Resultate zeugen von einer beeindruckenden Qualität der Beiträge und unterstreichen das hohe Niveau des Wettbewerbs.

Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein gratuliert darüber hinaus besonders der Jungen Bläserphilharmonie Ulm zu ihrem fulminanten Auftritt am Sonntagmorgen. Er war überragend und inspirierend. Jedoch musste sich das Orchester um den langjährigen Dirigenten Josef Christ knapp dem Jungendorchester aus Havixbeck unter Rainer Becker geschlagen geben, die ebenfalls „mit hervorragendem Erfolg“ am Wettbewerb teilnahmen.

Die Bläserphilharmonie nahm heuer zum ersten Mal an einem nationalen Wettbewerb teil. Im Landesorchesterwettbewerb 2015 in Karlsruhe erreichte das Orchester knapp den zweiten Platz hinter dem damals amtierenden Deutschen Meister, der Stadtkapelle Wangen. Durch die hervorragende Bewertung war jedoch schlussendlich die optionale Weiterleitung zum Bundeswettbewerb in Ulm gesichert.

klein 1Vor dem Wettbewerb standen monatelange Arbeit mit unzähligen Einzel-, Satz-, Register- und Tutti-Proben. Wiederholt wurden die Wettbewerbsstücke in Konzerten gespielt, um die notwendige Aufführungsroutine zu sammeln. Das heimische Publikum war jedoch jedes Mal begeistert und mit viel Applaus dabei. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an unser treues Publikum, das den Weg des Orchesters durch den Besuch der Konzerte und nicht zuletzt des Wettbewerbes mitgegangen ist.

Gespannt verfolgten die Musiker dann am ersten Wettbewerbstag die herausragenden Vorträge der anderen teilnehmenden Orchester. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Stadtkapelle Wangen mit ihrem mitreißenden Vortrag von „Audivi Media Nocte“ mit ihren hervorragenden Solisten. Sie spielen trotz Enge der Bühne wieder famos.

Am Montag war es dann um exakt 11 Uhr soweit: Das Orchester trat im bis auf den letzten Platz besetzte Edwin-Scharff-Haus auf die Bühne und lieferte mit viel Spielfreude und ausgewogenem Orchesterklang einen Vortrag ab, der nach dem fulminanten Finale des Wahlstückes „Derivations“ von Komponist Marco Pütz das Publikum zu stehenden Ovationen anregte.

Um 14 Uhr dann das nächste Glanzlicht des Wettbewerbes – die Uraufführung von „Mondnah und Herzfremd“ von Claudio Puntin mit zwei Cimbassi, vorgetragen durch den Orchesterverein Hilgen. Überzeugend und geschmackvoll ausgeführt, mit tiefgreifenden Dissonanzen und knackigem Sound.

23Nach dem letzten Auftritt durch das Modern Sound[s] Orchestra Seelze begab sich das Orchester zum Ulmer Hauptbahnhof. Dort wartete das Bier-Bähnle auf uns und wir begannen zu feiern. Danach ging die Party im Vereinsgebäude in Blaustein-Herrlingen weiter. Die Musiker freuten sich ein prächtiges Angebot abgegeben zu haben. Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbes hat es jedem einzelnen Orchestermitglied viel Freude bereitet die durchaus schwierigen Stücke noch ein letztes Mal, nach einigen Konzerten und dem Landeswettbewerb, zum Besten zu geben.

Abends um 21 Uhr erreichte uns dann ein Anruf des Deutschen Musikrates (DMR), in dem uns mitgeteilt wurde, dass wir für die zeitgenössische Wertung zugelassen worden seien. Nach Rücksprache mit dem Orchestermanagement haben wir allerdings festgestellt, dass zu viele Musiker am Dienstagmorgen arbeiten oder nach einem Tag Freistellung wieder die Schule besuchen mussten. Wir mussten daher schweren Herzens unsere Teilnahme an der zeitgenössischen Wertung absagen.

Da in dem Anruf des DMR nichts von einer Preisträgerschaft erwähnt wurde, sind wir zwar von einer hohen Punktzahl und guten Platzierung, aber nicht vom einem ersten Platz im Wettbewerb ausgegangen. Dirigent Manuel Epli entließ daraufhin das Orchester in den wohlverdienten Urlaub, worauf viele der zahlreichen Studenten unseres jungen Orchesters die Rückreise an den Studienort antraten.

Ukunde2016 DOW resizeAm Dienstag trat genau das ein, wovon wir schon seit Wochen geträumt haben. Die Stimmung nach der Verkündung der frohen Botschaft war atemberaubend: 24,6 von 25 möglichen Punkten, das Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ und den ersten Platz in der Kategorie B1. Überall umarmten sich Musiker und Fans der Bläserphilharmonie. Fotografen und Journalisten interviewten einige Orchestermitglieder und unzählige Gruppenfotos wurden geschossen. Dieser Tag stellte den absoluten Höhepunkt in der jahrzehntelangen Vereinsgeschichte dar und alle Beteiligten waren außer sich vor Begeisterung.

Vielen Dank an die zahlreichen Unterstützer und Sponsoren, die die Teilnahme am Deutschen Orchesterwettbewerb ermöglicht haben.


Hier finden Sie Pressberichte, Impressionen und Videos von unserem fantastischen Tag.

Südwest Presse:

Neu Ulmer Zeitung:

Landesschau Baden-Württemberg: