Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein erspielt sich beim Landesorchesterwettbewerb Baden-Württemberg den zweiten Platz und ist damit Baden-Württembergischer Vizemeister.

Am Samstag, 16. Mai bestritt die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein den Landesorchesterwettbewerb in Karlsruhe in der höchsten Kategorie B1 für Blasorchester. Neben der Bläserphilharmonie traten in derselben Kategorie die Stadtkapelle Radolfzell, die Stadtkapelle Ulm, das Städtisches Blasorchester Göppingen, der Musikverein Vaihingen/Enz und die Stadtkapelle Wangen, der amtierende Deutsche Meister, an. Große Konkurrenz also für die Bläserphilharmonie.

Motiviert betrat das Orchester um 11.30 Uhr die Bühne des akustisch hochwertigen Brahmssaals im badischen Karlsruhe. Zur Einstimmung auf die Wertung begann das Orchester seinen Vortrag mit der Jupiter Hymne von Gustav Holst, in einer Instrumentation von Manuel Epli. Das Pflichtstück „Suite für Harmonieorchester“ von Bob Vos forderte die volle Aufmerksamkeit aller 68 Musiker und des Dirigenten Manuel Epli. Mit höchster Präzision und fokussiert auf die Schwierigkeiten des Werks, wie differenzierter Dynamik, klaren Rhythmen und Transparenz zwischen Solo- und Tuttipassagen, gelang der Bläserphilharmonie eine äußerst gelungene Interpretation des viersätzigen Werkes.

Das Selbstwahlstück Derivations von Marco Pütz kitzelte die letzten Reserven aus den Musikern heraus. Die Komposition des Luxemburgers Pütz eignet sich außerordentlich gut um alle Facetten eines Höchstklassenorchesters zu präsentieren. Das Solo-Eingangsmotiv der Trompete, perfekt vorgetragen von Lukas Lecheler, entwickelt sich im Laufe des Werkes, u. a. durch die Verwendung von umgekehrten Chromatismen, zu einem fulminanten Tutti-Schluss. Bevor dieser durch ein rasantes Tempo, brillanter Technik und großen dynamischen Kontrasten seine Wirkung entfaltet, setzte Philipp Groner mit einem wunderschönen lyrischen Solo auf der Piccolo-Trompete Akzente. Zweifelsohne setzte die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein dieses Werk klanglich und musikalisch perfekt ausgestaltet in Szene. Ein dickes Lob gab es auch vom Komponisten selbst: „Das ist ja fantastisch! Alles ist übersichtlich, sauber und gut hörbar – die schönen Rubati, die Bewegung, die Balance – welch ein wunderbares Orchester. So höre ich Derivations nicht oft, mein Kompliment an das ganze Orchester!“
Orchester LOW lHMit „ich war noch nie so fokussiert wie in dem Moment des Wettbewerbs“, sprach Dirigent Manuel Epli nach dem Vortrag wohl allen Musikern aus der Seele. Die Bläserphilharmonie musste sich aber noch bis Sonntag um 17 Uhr etwas in Geduld üben. Zur Freude des ganzen Orchesters wurden die Anstrengungen der letzten Wochen honoriert, als Prof. Dr. Hermann Wilske, Präsident des Landesmusikrates Baden-Württemberg, das Wettbewerbsergebnis um 17 Uhr in der Schwarzwaldhalle verkündete: mit 23,62 Punkten erreicht die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein das höchste Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ und den 2. Platz im gesamten Wettbewerb. Sie ist damit baden-württembergischer Vizemeister und liegt mit 0,3 Punkten Abstand nur ganz knapp hinter dem amtierenden Deutschen Meister, der Stadtkapelle Wangen. Wir freuen uns auf das Bundesfinale des Deutschen Orchesterwettbewerbs vom 30. April bis 8. Mai 2016 in Ulm!

Ergebnisliste des Landesmusikrates

Forte (Konzert-Tipp)

SWP (Rezension und Bericht)

Blausteiner Nachrichten

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